In der Kellerskopfhalle in Naurod feierte die Gemeinde das 100-jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Naurod mit einem ökumenischen Festgottesdienst. Geleitet von Christine Klaus (katholische Gemeinde St. Birgit, Auringen) und Prädikant Martin Maurer stand die Feier im Rahmen der Jubiläumsfestivitäten im Zeichen des Ehrenamts, des Vertrauens und der Verbindung von Glauben und Hilfsbereitschaft.
Im Zentrum der zweigeteilten Predigt stand das traditionelle Leitbild der Feuerwehr: „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“. Christine Klaus schlug die Brücke zum höchsten Gebot der Gottes- und Nächstenliebe sowie zum Gleichnis vom barmherzigen Samariter. Beide Dimensionen der Verantwortung lassen sich nicht voneinander trennen. „Gott blickt uns aus den Augen der Verletzten an“, führte Klaus aus und verdeutlichte den tiefen Sinn des Helfens. Zugleich unterstrich sie die Grenzen menschlichen Handelns: Trotz moderner Technik und präziser Einsatzpläne liege nicht alles in der Macht der Einsatzkräfte. Gott sei gerade dann präsent, wenn Helfer nach schweren Einsätzen an Grenzen stoßen.
Prädikant Martin Maurer beleuchtete die konkrete Einsatzrealität der Wehr. Bei jährlich etwa 25 bis 30 Einsätzen geraten die Ehrenamtlichen regelmäßig in ungewisse Situationen. Wenn Einsatzkräfte im dichten Rauch stehen, sei blindes Vertrauen und gegenseitige Verlässlichkeit überlebenswichtig. Maurer verglich diesen Zusammenhalt mit dem biblischen Bild des Apostels Paulus von den „vielen Gliedern eines Leibes“: Jeder Einzelne zählt und erfüllt eine unverzichtbare Aufgabe für das Ganze. Auch die seelischen Belastungen des Feuerwehrdienstes wurden thematisiert. In Momenten von Trauer, Erschöpfung und Ohnmacht spende Gott Kraft und Trost, wenn Worte fehlen. Eine prägnante Gegenüberstellung brachte die Parallele zwischen Kirche und Feuerwehr auf den Punkt: „Wir taufen mit dem Wasser des Lebens. Ihr löscht damit, um Leben zu retten.“
Der Gottesdienst schloss mit Fürbitten und Dank für die Feuerwehrleute sowie deren Angehörige, die diesen Dienst mittragen.
Bei der Fürbitte wirkte die Konfirmandin und Jugendfeuerwehrmitglied Mia Kuhn mit. Musikalisch wurde der Gottesdienst von Organistin Svenja Schuto am E-Piano begleitet.
Im Anschluss ging die Feier in der Sporthalle in einen gemeinsamen Frühschoppen über.
Thomas Fuchs









