Bei strahlend blauem Himmel und Sonnenschein fanden 27 aufgeregte, aber heiter gestimmte Konfirmandinnen und Konfirmanden sowie deren Familien und Freunde den Weg in die dann gut gefüllte Kirche.
Vorweg, sie gestalteten den Gottesdienst durchgängig alleine, indem sie ihre bei der vorhergehenden Konfirmandenfreizeit gewonnenen Einsichten zum Thema „Leid“ vermittelten; die beiden Pfarrer assistierten nur.
Die Jugendlichen meisterten ihre ‚Auftritte‘, als ob sie noch nie etwas anderen getan hätten, unglaublich! Ein Rollenspiel zu Beginn machte klar: Leid ist nicht vergleichbar. Es geht nicht an, sich mit dem eigenen, immer für größer als das der anderen gehaltenen Leid über andere zu stellen. Dadurch, dass Jesus für alle Menschen gestorben ist, wird jedes Leid erträglich, weil es von anderen mitgetragen werden kann.
Die ‚Predigt‘ war dann ganz besonders: Die Konfis hatten sich intensiv mit der Geschichte der Jünger befasst, die auf dem Weg nach Emmaus dem auferstandenen Jesus begegnen, ihn aber erst nach einem langen Tag am Abend beim Brechen des Brotes erkennen, und spielten sie nach. Dann gab es noch die Frauen, die Jesus’ Leichnam salben wollten und ihn nicht vorfanden. Die Video-Szenen wurden im Freien und in der Unterkunft gefilmt: Das leere Grab – ein Zimmer mit geöffneter Tür. Unter der Bettdecke fanden „die Marias“ einen Engel, der ihnen vom auferstandenen Jesus erzählte. Und schon stand dieser in der Türe und forderte die Frauen auf, schnell ins Dorf zu laufen und die Botschaft von der Auferstehung weiterzugeben. Szenenwechsel. Die beiden Marias (von Jungs gespielt) nahmen die Beine in die Hand, rennen ins Dorf, treffen auf andere, erzählen das Erlebte und laufen gemeinsam weiter. So verbreitet sich die Kunde vom Auferstandenen. Der Erzähler kommt ins Bild, die Bibel wird hörbar zugeklappt. ENDE. Aufbrausender Applaus, so wurde die Auferstehungsgeschichte in der Nauroder Kirche noch nie erzählt.
Auch die Lieder hatte die Gruppe passend aus dem Gesangbuch EG+ gewählt: „Gut, dass wir einander haben“ oder „Lobe den Herrn, meine Seele“ und zum Abschluss „Möge die Straße uns zusammenführen“ waren auch vielen Familienangehörigen bekannt, die Singenden wurden an Orgel und E-Piano von Markus Kaiser begleitet.
Nach einem gemeinsamen Foto am Altar dankte Pfarrer Tschöpel allen im Hintergrund beteiligten Helferinnen und Helfern, der Gottesdienst war ein echtes Gemeinschaftsprojekt… Im Anschluss wurden noch zwei Konfis getauft, das übernahm dann doch einer der Pfarrer!
Die Menschen verließen die Kirche beeindruckt und in heiterer Stimmung: Wie anders Kirche auch sein kann, wie lebendig und inspirierend, fröhlich und mitreißend! Und ganz nebenbei: schön zu sehen, wie AMeN langsam zusammenwächst.
Martin Maurer


