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Weltgebetstag 2019 PDF

Kommt, alles ist bereit!

 

Das Motto des diesjährigen Weltgebetstags, den christliche Frauen verschiedener Konfessionen aus Slowenien vorbereitet haben, ist für uns Evangelische ein vertrauter Satz aus der Abendmahlsliturgie. Doch welche Bedeutung erhält diese Einladung, wenn man sich vorstellt, dass sie am 1. Freitag im März – in diesem Jahr tatsächlich der 1. März – in mehr als 120 Ländern rund um den Globus durch verschiedene Zeitzonen insgesamt 24 Stunden lang ausgesprochen wird: Kommt, es ist alles bereit!

 

In einer Zeit, in der weltweit Migrationsbewegungen stattfinden, die aus Existenzangst entstehen und Existenzängste entstehen lassen, ist eine solche Einladung an den gedeckten Tisch eine Provokation. Slowenien, ein mit einer reichen und wunderschönen Natur mit Hochgebirge und Adria-Küste, grünen Hügeln, Wäldern, Weinbergen, Flüssen und Seen gesegnetes Land, ist eines der jüngsten und kleinsten Länder Europas und war „immer schon Knotenpunkt internationaler Handelsbewegungen und Wanderströme, die vielerlei Einflüsse aus allen Himmelsrichtungen ins Land brachten“. So heißt es in der Landesinfo des WGT-Komitees.

 

Heute landen über die „Balkanroute“ Tausende von Flüchtlingen in Slowenien, das seit der Unabhängigkeit 1991 einen stetigen wirtschaftlichen Fortschritt erlebt, aber auch schon im sozialistischen Jugoslawien als „Aushängeschild“ galt. Die „Einflüsse aus allen Himmelsrichtungen“ haben die Bevölkerung immer auch bereichert, zu Wachstum und Wohlstand des Landes beigetragen.

 

 

Die Frauen aus Slowenien, möchten uns daran erinnern, dass uns nichts widerfahren kann, solange wir uns der Einladung Gottes an seinen für uns bereiteten Tisch bewusst sind, wir brauchen ihr nur zu folgen: Bei unserem Gott ist Platz für alle, er sorgt für uns. Das slowenische Weltgebetstagskomitee hat deshalb das Gleichnis vom Gastmahl in den Mittelpunkt des WGT-Gottes-dienstes gestellt (Lukas 14,13-24), das einen Vorgeschmack des Reiches Gottes gibt. Aber das ist nicht alles, Gleichnis enthält mehr als eine Einladung an uns – bei genauerem Hinsehen wird klar, dass wir die Gastgeber sind, denn Gott lädt nicht zuerst seine Freunde und die Reichen ein, und erst nach deren Absage die „Armen, Lahmen, Blinden …, die von den Landstraßen und an den Zäunen“.

 

Wir sind es, die im Geist Jesu das Leben mit einem Fest feiern dürfen, die an ihre reich gedeckten Tische auch die ausgegrenzten, randständigen und benachteiligten Menschen einladen sollen. Und es auch können. Es gibt immer noch Platz!

 

Wie nötig ist es, daran erinnert zu werden! In Deutschland, landen pro Jahr allein in den Privathaushalten 6,7 Millionen Tonnen Lebensmittel auf dem Müll. [Quelle: https://www.umweltbundesamt.de/themen/weniger-lebensmittel-wegwerfen] Niemand wirft gerne Lebensmittel weg, man nimmt es offensichtlich gar nicht wahr, dass der Kühlschrank zu voll ist... Offensichtlich sind wir uns nicht bewusst, wie gut es uns geht – woher sonst die Angst vor Fremden, die uns etwas wegnehmen könnten?

 

Slowenien erschien uns Frauen vom Vorbereitungsteam aus Auringen, Medenbach und Naurod sehr vertraut: Die Menschen sind stolz auf ihr kleines, aber schönes Land, und auf ihre Leistungen, es geht der Bevölkerung verhältnismäßig gut. Aber es gibt auch hier spezifische Missstände und Probleme, zu deren Bewältigung finanzielle Hilfe gebraucht wird: Durch seine geographische Lage ist Slowenien Transit-, aber auch Zielland für Menschenhandel. Insbesondere Frauen werden mit einer Aussicht auf Arbeit angelockt und dann ihrer Ausweispapiere beraubt und gegen Hungerlohn in abgelegenen Nachtclubs und Bordellen zur Prostitution gezwungen.

 

Der Verein Kluč (dt.: Schlüssel) wurde 2001 von Aktivistinnen gegründet, um vom Menschenhandel Betroffenen konkrete Hilfe zu geben und Präventionsarbeit zu leisten. Es gibt bis heute keine vergleichbare Organisation in Slowenien. Das deutsche Weltgebetstagskomitee unterstützt 2019 u.a. diesen Verein, aber auch das Engagement von Projektpartnerinnen weltweit mit Kollekten und Spenden.

 

Der ökumenische Gottesdienst der ev. Gemeinden Auringen, Medenbach und Naurod und der kath. Schwestergemeinde St. Elisabeth in Auringen findet in diesem Jahr am 1. März um 15 Uhr in der ev. Kirche in Naurod statt. Im Anschluss laden wir an die im Nauroder Forum gedeckten Tafeln zu Kaffee und Kuchen ein, und zum Austausch im Gespräch.

 

Liebe Frauen und Männer, Sie sind alle ganz herzlich eingeladen!

 

 

 
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